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Thu, 08 Jul 2010 - 10:27
Falsche Worte wirkungsvoll eingesetzt
Wenn man in den klassichen Medien von Leuten hört, die sich einen Film kopieren, einen Klingelton fürs Handy von ihrem Kumpel schenken lassen oder online Musik hoeren, dann wird das gerne "Raubkopie" oder "Diebstahl von geistigem Eigentum" genannt. Das klingt natürlich ganz schlimm, Worte wie Raub oder Diebstahl machen Stimmung. Raub ist gewaltätige (oder unter Androhung von Gewalt getätigte) Wegnahme einer Sache. Diebstahl ist die Wegnahme einer Sache ohne den Gewaltaspekt. Beides sind Verbrechen, das ist unumstritten. Aber bei Raubkopien und dem Diebstahl von geistigem Eigentum werden diese Worte misbraucht. In beiden Fällen wird nämlich niemandem etwas weggenommen, sondern das Gut wird kopiert. Derjenige, der das Lied/den Klingelton/die Software/... vorher hatte, der hat sie hinterher auch noch. Die Information (und in der Welt des Computers und des Internets sind Musik, Filme und Programme nichts anderes als Informationen) wird vervielfertigt, nicht geklaut oder gar geraubt. Es entsteht mehr Vielfalt, niemandem wird etwas weggenommen. Die Fehldarstellung in den klassischen Medien liegt einfach daran, daß diese auf ein antikes Geschäftsmodell setzen, eines das bedingt, daß nur große Medienkonzerne entscheiden was veröffentlicht wird, und das der Kunde dafür ordentlich bezahlt. Das war auch mal in Ordnung, daß die Leute, die Filme oder Musik verbreiten dafür viel kassiert haben, denn es war für die Verbreitung dieser Produkte notwendig große Einnahmen zu haben. Es war nämlich auch mit erheblichen Kosten verbunden für deren Verbreitung zu sorgen. Heute kann aber jeder - mit minimalen Kosten - Informationen in die ganze Welt verteilen, es ist nicht mehr notwendig dafür Millionen- oder Milliardenumsätze im Rücken zu haben. Und für mich und erst recht für jüngere Leute als mich, ist das vollkommen selbstverständlich es auch zu tun. Einfach so. Und wer meint Texte wie diesen hier lesen, kopieren oder zitieren zu wollen - ob in ganzer Länge oder in Teilen - der darf das tun. Einfach so. Für mich ist das so selbstverständlich wie meine Oma ihrer Nachbarin den neuesten Klatsch umsonst über den Gartenzaun erzählt hat. Einfach so. Die großen Medien haben plötzlich millionenfache Konkurrenz, sie sind die Dinosaurier der Informationsgesellschaft und der Meteor ist schon eingeschlagen, die Aschewolke sehen sie schon am Horizont. Noch wehren sie sich verzweifelt, aber wenn sie nicht ganz schnell Evolution lernen, dann ist Feierabend. Und deswegen verunglimpfen sie eigentlich alle unter 40jährigen als Räuber und Diebe - und wundern sich gleichzeitig, daß die Kunden sie nicht mehr lieb haben. Aber wer sind denn die potentiellen Kunden? Wer kauft Filme und geht ins Kino? Die Medien bekämpfen ihre eigene Zielgruppe, ihre potentiellen Geldgeber, und wundern sich, daß sie mit jeder Bewegung tiefer in den Mist sinken, den sie selber aufgeschüttet haben. Noch könnten sie in den Dialog eintreten, wenn sie mutige Führungspersonen hätten und könnten mit ihrem verbliebenen Kapital ihre neue Existenz aufbauen. Aber sie trauen sich nicht, sie wollen keine Veränderung, die Führungsgeneration hat den Anschluß an die nachfolgenden Generationen verloren. Und wenn man seinen letzten Kunden vergrätzt hat, dann gibts vielleicht noch 2-3 Jahre auf Staatskredit (quasi die Rente für juristische Personen) und dann ist der Ofen aus. Schönen Feierabend...
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Hier gibt es übrigens den Bericht meiner Urlaubsreise: http://www.steering-group.net/Urlaub-2010/
Da ich eigentlich sowieso so gut wie nie zu Hause telefoniere und die Aal-Ische mir ein attraktives Mobilfunkangebot unterbreitete kann man mich jetzt (neben der alt bekannten Nummer) auch unter 0176-49453175 erreichen (besonders Interessant für andere Kunden des gleichen Anbieters, weils dann für umsonst ist, soviel ich weiß).
Leider ergibt diese Nummer keine sonderlichen sinnvollen Texte, so hilft dieser Link auch kaum dabei sie sich besser merken zu können.
Heute habe ich mir den Tamm-Palast angeguckt. Dieser firmiert unter dem offiziellen Namen "Internationales Maritimes Museum Hamburg" und residiert im Kaispeicher B irgendwo auf der Grenze von Speicherstadt und Hafencity.
Ausgestellt wird in erster Linie die (allein von der Masse her schon) beeindruckende Schiffsmodellsammlung eines gewissen Herrn Tamm. Leider werden auch Schiffsmodelle mir recht schnell langweilig, nachdem ich mir hundert oder so davon in Glaskästen angeguckt habe.
Und auch wenn es natürlich beeindruckend ist, daß ganze Schiffsmodelle aus Elfenbein geschnitzt werden, und sicher, da steckt viel Arbeit hinter (besonders für die Elefanten), aber ich finde das für ein Museum in dieser Zeit zu wenig.
Einige Modelle von Maschinen sind sicher auch schon wirklich sehenswert, alleine ob ihrer Detailtreue.
Aber was völlig fehlt ist der Begeisterungseffekt. Dazu müsste da mehr zum mitmachen sein. Mehr zum Anfassen. Eben keine Glasvitrinenschau, das halte ich nicht mehr für Zeitgemäß. Besonders Kinder dürften hier schnell die maximale Langeweile empfinden und gerade die sollte so ein Museum doch für das maritime begeistern.
Ich war jedenfalls enttäuscht. Ein Museum was man einmal gesehen haben kann, aber sicher kein zweites mal sehen muß.
Der Große Chef der Deutsche Bank, Josef Ackermann, hat gesagt, er würde sich schämen, wenn das von ihm geleitete Unternehmen auf Staatshilfen angewiesen wäre. Zu erst dachte ich, der hätte einen plötzlichen Anfall von Kompetenz, denn das ist meines Wissens das beste was er je gesagt hat. Es ist absolut beschämend für die Banken, die stets "der Markt regelt alles alleine" proklamiert haben und jegliche Einmischung des Staates ablehnten, jetzt auf eben den ungeliebten Staat angewiesen zu sein um die Kohlen aus dem Feuer zu holen.
Aber dann fiel mir der Pressewirbel auf, der um diese Aussage von Josef Ackermann gemacht wird. Die Regierung echauffiert sich auffällig stark, alle schlagen auf Ackermann ein, wie schlimm diese Aussage doch sei (nur ein Beispiel von hunderten hier).
Das ließ mich stutzig werden und inzwischen glaube ich, daß dieser Satz und der Wirbel rundherum eine geschickt plazierte Nebelkerze sind. Nämlich für etwas, daß meiner Meinung nach ein wesentlich größerer Skandal ist, und außer Peer Steinbrück habe ich von keinem anderen Politiker da eine Äußerung zu gehört: Die Banken wollen "gemeinschaftlich" auf den Rettungsfonds zugreifen, damit man nicht erkennt wer die Milliarden braucht (siehe zum Beispiel hier).
Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Der Steuerzahler soll Milliardenbeträge in die Banken zahlen, um das Mismanagement völlig überbezahlter Millionäre auszugleichen und eben diese Flitzpiepen fordern jetzt auch noch, daß diejenigen die die Zeche zahlen nicht wissen, wer das Geld bekommt. Diese Intransparenz gibt sicher auch noch eine gute Möglichkeit das eine oder andere Milliönchen in die Taschen der Versager abzuzwacken.
Mein Vorschlag: Wenn eine Bank Geld aus dem Rettungsfonds bekommt, wird zu erst vom gesamten Aufsichtsrat und der Geschäftsführung jegliches Entgelt, daß sie in der Zeit bei eben dieser Bank bekommen haben, zurückgefordert. Außerdem werden diese Leute umgehend gekündigt und bekommen, wie bei einer Privatinsolvenz, das Recht abgesprochen Unternehmen zu führen. Erst wenn das durch ist, bekommt die entsprechende Bank Geld aus dem Fonds. Die Forderungen der Banken müssen bis 1.12.08 eingehen, dieses Vorgehen zur Umsetzung wird aber erst am 2.12.08 bekanntgegeben, die Herren müssen ja nicht wissen, was mit ihrem Geld passiert.
Nach You Kill Me gab es diese Woche schon wieder einen Film mit Berufskillern, nämlich In Bruges. Und wieder hat ein Film meinen Humor genau getroffen. Skurille Gestalten führen absurde Dialoge und tun komplett bekloppte Dinge als wären sie die normalste Sache der Welt. So mag ich Kino.
Auch für diesen Film, der am 15.5.08 seinen offiziellen Deutschland-Start hat gebe ich eine glatte Anguckempfehlung. Nicht ganz so schick wie You Kill Me, aber doch auch durchaus sehenswert.
Finnische Rock-Metal-Schlager-Polka
Letzte Woche war ich mit Frank im Konzert. Schon bei der Auszeichnung hat sich das Logo alle erdenkliche Mühe gegeben.
Bedenklich dabei fand ich allerdings den Eintrittsstempel. Besonders, nachdem meine Ex-Kollegin und zukünftige Weltumseglerin in ihrem Blog erläutert hat wer Horst ist, finde ich es nicht mehr so nett als eben so ein Horst abgestempelt zu werden.
Mit You Kill Me gab es heute mal wieder einen sehr schönen Film in der Sneak. Der als Gandhi-Darsteller bekannt gewordene Ben Kingsley spielt einen alkoholabhängigen Berufskiller, der seine Heimatstadtverlässt um vom Schnaps loszukommen. Dort jobbt er nebenbei als aufhübscher für Leichen, damit die bei ihrer Beerdigung gut aussehen. Wem diese Geschichte jetzt etwas skuril erscheint, der weiß was ihn im Film erwartet.
Der ganze Film ist angenehm unaufgeregt, hat extrem lustige Dialoge und unterhält einen sehr gut. Von mir gibt es für diesen Film eine glatte Anguckempfehlung - lohnt sich echt.