![]() Per rss gibt es dieses Blog hier. Wer lieber Bilder gucken will als zu lesen geht hierher. Um neue Artikel per Mail zu bekommen hier anmelden. Startseite Mein Wunschzettel bei Amazon Zugriffsstatistiken Der Shop zum Blog Impressum Eintraege nach Kategorien:
Alle von mir konsumierten Blogs kann man ueber diesen Link finden: Lesenswertes |
Wed, 15 Sep 2010 - 09:06
Die Welt berichtet wie auch viele andere Neuigkeitenverbreiter über die geplante Verbrennung von Koranabdrucken in den USA und zitiert dabei den Oberkommandierenden der US-Truppen in Afghanistan: [...] David Petraeus, verglich die Auswirkungen, die eine Verbrennung des Korans auf das Ansehen der USA haben würde, mit den Folter-Fotos von Abu Ghraib [...] Ein faszinierender Satz, oder? Das schlimme sind nach Meinung des führenden Militärs die Fotos des Folterlagers, nicht dessen Existenz. Das zeigt schon eine interessante Geisteshaltung. Kein Wunder, daß das Konzept der Menschenrechte nicht richtig rüberkommt, wenn solche Leute die Boten sind. Update: Zitat um Auslassungszeichen ergänzt
[/hmmm] [permanent link] Tweet Wed, 28 Jul 2010 - 19:15
Unvergessene Rambodialoge neu aufgelegt: "Das ist Kunst." "Und was macht es?" "Es leuchtet blau."
[/bildergeschichten] [permanent link] Tweet |
Wikileaks hat also zigtausend Berichte aus dem Afghanistankrieg veröffentlicht. Natürlich müssen die Militärs reflexartig "das gefährdet die Sicherheit" schreien, denn wenn es nach Militärs geht, dann muss alles geheim sein. Das ist aber nur das übliche Verhalten und ernst nimmt das keiner - bestenfalls weckt das noch ein müdes lächeln.
Ich gestehe nicht alle Berichte gelesen zu haben, aber wenn man sich so die Extrakte, Kommentare und Zusammenfassungen der Presse anschaut, dann ist das eigentlich faszinierende, das da nix zu stehen scheint, was nicht sowieso jedem denken Menschen klar ist.
Im Krieg leiden in erster Linie Zivilisten. Alle beteiligten Truppen haben haufenweise Bauern, Kinder, Mütter - eben unbeteiligte auf dem Gewissen. Einige werden getötet, anderen wird die Lebensgrundlage zerstört. Es gibt keinen sauberen Krieg. Und in einem Krieg kann man keinem Land den Rechtsstaat bringen, denn eben diese rechtstaatlichen Prinzipien werden von Truppen im Kampf immer mit Füßen getreten.
Wer etwas anderes glaubt ist einfach knalledoof. Wer Soldaten in den Krieg schickt, weil er meint damit etwas gutes tun zu können ist sogar doof und gefährlich.
Und die Dokumente? Sie sind nicht wichtig, die Erkenntnis ist nämlich alt. Und deswegen werden sie nichts ändern, denn sie sagen nur was ehh jeder wusste. Wer vorher dachte Krieg würde irgendein Problem lösen, der wird das auch weiterhin glauben.
Und jetzt würde ich mir wünschen, wir kommen zurück zu einer Verteidigungsarmee. Aber das habe ich mir auch schon vorher gewünscht. Ich bin mit dem Mantra "nie wieder darf von diesem Land Gewalt ausgehen" groß geworden. Leider muss ich es zu "die Gewalt, die von diesem Land ausgeht muss Enden" revidieren. Ich würde mich riesig freuen irgendwann wieder Kindern den alten Text aufsagen zu können.
Die Opposition ist natürlich ein wichtiger Teil der Politischen Willensbildung. Sie muß kritisch hinterfragen, was die regierende Partei oder Koalition tut und so dazu beitragen, daß die Gesetzgebung besser funktioniert. Mit erwachsenen Menschen sollte das machbar sein. Gerade deswegen ist eine Minderheitenregierung eigentich was gutes, weil nicht nur die dafür stimmen müssen, gegen die die PArteispitzen der Regierungsparteien ein Druckmittel haben, sondern auch noch Leute, die man wirklich überzeugen muss.
Leider haben wir es in der Politik nicht immer mit erwachsenen Menschen zu tun, so wird der Klassensprecher der Klasse 1c der CDU (NRW) zitiert:
Die CDU kündigte stattdessen eine Blockadehaltung an. Fraktionschef Karl-Josef Laumann sagte: "Unsere Aufgabe als Opposition ist es, der Minderheitsregierung so viele Abstimmungsniederlagen wie möglich beizubringen."
Quelle: http://www.mdr.de/nachrichten/7480578.html
Bei der CDU gilt also: Hauptsache dagegen. Inhalte sind völlig egal. Es ist Politik auf dem Niveau von "ich halte jetzt so lange die Luft an, bis ihr mich wieder in ein Amt wählt". Super Truppe!
Falsche Worte wirkungsvoll eingesetzt
Wenn man in den klassichen Medien von Leuten hört, die sich einen Film kopieren, einen Klingelton fürs Handy von ihrem Kumpel schenken lassen oder online Musik hoeren, dann wird das gerne "Raubkopie" oder "Diebstahl von geistigem Eigentum" genannt. Das klingt natürlich ganz schlimm, Worte wie Raub oder Diebstahl machen Stimmung.
Raub ist gewaltätige (oder unter Androhung von Gewalt getätigte) Wegnahme einer Sache. Diebstahl ist die Wegnahme einer Sache ohne den Gewaltaspekt. Beides sind Verbrechen, das ist unumstritten.
Aber bei Raubkopien und dem Diebstahl von geistigem Eigentum werden diese Worte misbraucht. In beiden Fällen wird nämlich niemandem etwas weggenommen, sondern das Gut wird kopiert. Derjenige, der das Lied/den Klingelton/die Software/... vorher hatte, der hat sie hinterher auch noch. Die Information (und in der Welt des Computers und des Internets sind Musik, Filme und Programme nichts anderes als Informationen) wird vervielfertigt, nicht geklaut oder gar geraubt. Es entsteht mehr Vielfalt, niemandem wird etwas weggenommen.
Die Fehldarstellung in den klassischen Medien liegt einfach daran, daß diese auf ein antikes Geschäftsmodell setzen, eines das bedingt, daß nur große Medienkonzerne entscheiden was veröffentlicht wird, und das der Kunde dafür ordentlich bezahlt. Das war auch mal in Ordnung, daß die Leute, die Filme oder Musik verbreiten dafür viel kassiert haben, denn es war für die Verbreitung dieser Produkte notwendig große Einnahmen zu haben. Es war nämlich auch mit erheblichen Kosten verbunden für deren Verbreitung zu sorgen.
Heute kann aber jeder - mit minimalen Kosten - Informationen in die ganze Welt verteilen, es ist nicht mehr notwendig dafür Millionen- oder Milliardenumsätze im Rücken zu haben. Und für mich und erst recht für jüngere Leute als mich, ist das vollkommen selbstverständlich es auch zu tun. Einfach so. Und wer meint Texte wie diesen hier lesen, kopieren oder zitieren zu wollen - ob in ganzer Länge oder in Teilen - der darf das tun. Einfach so. Für mich ist das so selbstverständlich wie meine Oma ihrer Nachbarin den neuesten Klatsch umsonst über den Gartenzaun erzählt hat. Einfach so.
Die großen Medien haben plötzlich millionenfache Konkurrenz, sie sind die Dinosaurier der Informationsgesellschaft und der Meteor ist schon eingeschlagen, die Aschewolke sehen sie schon am Horizont. Noch wehren sie sich verzweifelt, aber wenn sie nicht ganz schnell Evolution lernen, dann ist Feierabend.
Und deswegen verunglimpfen sie eigentlich alle unter 40jährigen als Räuber und Diebe - und wundern sich gleichzeitig, daß die Kunden sie nicht mehr lieb haben. Aber wer sind denn die potentiellen Kunden? Wer kauft Filme und geht ins Kino? Die Medien bekämpfen ihre eigene Zielgruppe, ihre potentiellen Geldgeber, und wundern sich, daß sie mit jeder Bewegung tiefer in den Mist sinken, den sie selber aufgeschüttet haben.
Noch könnten sie in den Dialog eintreten, wenn sie mutige Führungspersonen hätten und könnten mit ihrem verbliebenen Kapital ihre neue Existenz aufbauen. Aber sie trauen sich nicht, sie wollen keine Veränderung, die Führungsgeneration hat den Anschluß an die nachfolgenden Generationen verloren. Und wenn man seinen letzten Kunden vergrätzt hat, dann gibts vielleicht noch 2-3 Jahre auf Staatskredit (quasi die Rente für juristische Personen) und dann ist der Ofen aus.
Schönen Feierabend...
Hier gibt es übrigens den Bericht meiner Urlaubsreise: http://www.steering-group.net/Urlaub-2010/
Das coole an relationalen Datenbanken
Kris "=F6" Köhntopp erklärt in einem schönen Artikel was das eigentlich coole an relationalen Datenbanken ist.
Ich mach mal die Ultra-Kurz-Fassung: Bei SQL-Queries kommen Ergebnisse raus, die man wieder als Eingabe für SQL-Queries benutzen kann.
Das ist extrem knuffig, erlaubt es doch sehr komplexe Dinge zu tun. Da die Informatik ja ein Fachgebiet der Mathematik ist haben die Informatiker die Idee natürlich bei den Allgemeinmathematikern geklaut. Der Artikel von Kris ist ein schöner Ausflug in die Grenzen der allgemeinen Mathematik und der Informatik. Lesebefehl geht an alle Azubis/Studenten, die "was mit Computern" lernen wollen.
Das höchste Gebäude im Dorf ist immer die Kirche.
Und: Verallgemeinerungen sind immer falsch.
Heute hat der Zufall mir einige Wasserspiele vor die Linse gezaubert. Das erste dieser Bilder gibt es nur durch Klick, denn wenn ich da so verkleiner, daß es hier eingebettet wird, dann wirkt es einfach nicht mehr: Es sieht schon sehr schick aus, wenn der Mog-Fahrer einen Trailer mit Schwung aus der Elbe zieht, aber der Blick von dem Helfer, der dabei etwas zu nah bei stand und sich gerade ordentlich nasse Füße (und auch Schienbeine) holt ist einfach unbezahlbar: Die Welle gemacht.
Die Feuerwehr war dann hunder Meter weiter so freundlich photogen zu üben. Dank an die FF Finkenwerder dafür.
Weitere Bilder des nassen Vergnügens gibt es im Album.