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Sat, 15 Nov 2008 - 17:58
Uns' Dyfa macht ja jeden Freitag ein Photoratespielchen, heute habe ich dann auch mal eines. Was ist das?
Wer die Antwort weiß, der sollte diese auf einen Zettel schreiben, welchen er in einen an mich addressierten und ausreichend frankierten Umschlag steckt und dann zu Hause an die Wand heftet. Wenn ihr Glück habt wird das irgendwann mal als Kunstprojekt gewertet und dann ist der ganz viel Wert. Ansonsten habt ihr halt einen albernen Umschlag an der Wand. Für alle die nicht mitraten mögen gebe ich nochmal einen Tip: Meine Kamera, mein Stativ und ich waren gemeinsam auf dem Dom. Hier gibt es wirklich viel Abwechslung zum Photograhpieren, Farben, Lichter, Bewegung. War interessant und gab die Möglichkeit doch mal etwas rumzuspielen mit den Möglichkeiten von Blende, Belichtungszeit, Lichtempfindlichkeit und Bewegung des Motivs. Auch interessant fand ich die Musterbildung auf sich drehenden Karussels. Und auch Karussels, die sonst eher langsam erscheinen und altmodisch wirken, wie das Kettenkarussel:
Und ich möchte anmerken: Auch in folgendem Gerät saßen Leute drin. Klar, bei Folter waren Menschen schon immer recht kreativ, aber die Leute sitzen da freiwillig drin, zahlen gar noch Eintritt.
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Der Große Chef der Deutsche Bank, Josef Ackermann, hat gesagt, er würde sich schämen, wenn das von ihm geleitete Unternehmen auf Staatshilfen angewiesen wäre. Zu erst dachte ich, der hätte einen plötzlichen Anfall von Kompetenz, denn das ist meines Wissens das beste was er je gesagt hat. Es ist absolut beschämend für die Banken, die stets "der Markt regelt alles alleine" proklamiert haben und jegliche Einmischung des Staates ablehnten, jetzt auf eben den ungeliebten Staat angewiesen zu sein um die Kohlen aus dem Feuer zu holen.
Aber dann fiel mir der Pressewirbel auf, der um diese Aussage von Josef Ackermann gemacht wird. Die Regierung echauffiert sich auffällig stark, alle schlagen auf Ackermann ein, wie schlimm diese Aussage doch sei (nur ein Beispiel von hunderten hier).
Das ließ mich stutzig werden und inzwischen glaube ich, daß dieser Satz und der Wirbel rundherum eine geschickt plazierte Nebelkerze sind. Nämlich für etwas, daß meiner Meinung nach ein wesentlich größerer Skandal ist, und außer Peer Steinbrück habe ich von keinem anderen Politiker da eine Äußerung zu gehört: Die Banken wollen "gemeinschaftlich" auf den Rettungsfonds zugreifen, damit man nicht erkennt wer die Milliarden braucht (siehe zum Beispiel hier).
Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Der Steuerzahler soll Milliardenbeträge in die Banken zahlen, um das Mismanagement völlig überbezahlter Millionäre auszugleichen und eben diese Flitzpiepen fordern jetzt auch noch, daß diejenigen die die Zeche zahlen nicht wissen, wer das Geld bekommt. Diese Intransparenz gibt sicher auch noch eine gute Möglichkeit das eine oder andere Milliönchen in die Taschen der Versager abzuzwacken.
Mein Vorschlag: Wenn eine Bank Geld aus dem Rettungsfonds bekommt, wird zu erst vom gesamten Aufsichtsrat und der Geschäftsführung jegliches Entgelt, daß sie in der Zeit bei eben dieser Bank bekommen haben, zurückgefordert. Außerdem werden diese Leute umgehend gekündigt und bekommen, wie bei einer Privatinsolvenz, das Recht abgesprochen Unternehmen zu führen. Erst wenn das durch ist, bekommt die entsprechende Bank Geld aus dem Fonds. Die Forderungen der Banken müssen bis 1.12.08 eingehen, dieses Vorgehen zur Umsetzung wird aber erst am 2.12.08 bekanntgegeben, die Herren müssen ja nicht wissen, was mit ihrem Geld passiert.
Viel ist von der IBA auf
Wilhelmsburg ja noch nicht zu sehen, obwohl ich dachte das die Planungen
seien die ersten Bauvorhaben schon voll im Gange zu haben. Aber außer viel
Gerede darüber was man machen könnte und machen müsste ist eigentlich nur
ein Sichtbares Zeichen vorhanden: Ein echt großes Plakat (siehe Photo).
Schauen wir uns also mal den Masterplan für die neue Mitte von Wilhelmsburg an: Der Stadtteil soll aufgewertet werden und mit hohem Freizeitwert ausgestattet. Deswegen verschwindet erstmal die Schwimmhalle. Nachhaltig wertet man einen Stadtteil nämlich durch einen Bootsanleger auf (der während der IBA dann ein paar Wochen angefahren wird und dann nie wieder). Wieso sollen die Kinder noch schwimmen lernen, wenn es da dann einen Bootsanleger gibt - können dann ja Boot fahren. Scheint insgesamt gut durchdacht.
Erreicht wird der Anleger übrigens durch den Asmann- und Ernst-August-Kanal. Ziemlich flache Gewässer mit einigen niedrigen Brücken. Mal sehen, ob dran gedacht wird die tollen neuen Fußgängerbrücken alle so zu bauen, daß Barkassen durchpassen und ggf. den Asmannkanal auch tief genug zu machen. Achja, die Schleuse, durch die man durch muß um in den Ernst-August-Kanal zu kommen entspricht übrigens nicht mehr den aktuellen Hochwasserschutzrichtlinien, wenn ich das richtig sehe. Kann man dann gleich mal renovieren und für einen sinnvollen Betrieb austatten, ansonsten fahren die Barkassen nämlich maximal einmal am Tag da hin, so selten wie die Schleuse bedient wird - besonders an Wochenenden.
Man hat aber kleine Probleme erkannt, und deswegen gibt es auch noch (TUSCH!) den Masterplan PLUS. Da ist dann auch noch die Wilhelmsburger Reichsstrasse aus dem Bild verschwunden. Eine der wichtigsten Einfallsstraßen für den südlichen Raum Hamburgs in die Innenstadt. Was mag da der Plan sein? Wer sich noch leisten kann im Süden zu wohnen, wenn wir ihn fertig aufgewertet haben, braucht nicht mehr arbeiten? Oder wird es so schön, daß keiner mehr zur Arbeit will?
Meine Meinung ist und bleibt: Das ist Stadtteilvernichtung. Da wird weitergemacht, was schon bei der City-Nord Blödsinn war und bei der Hafencity Blödsinn wird (Elbinselcity wäre doch ein schöner Name, klingt so hipp). Man will alles auf einmal anpacken und hofft dadurch auf einen schönen Stadtteil. Bestenfalls bekommt man so aber ein weiteres Latte-Macciato-Ghetto - oder, wenn es schlecht läuft eine Bauruine. Meine Hoffnung sind nur die Einwohner hier, die bis jetzt relativ stumpf den Aufwertungsversuchen widerstanden haben. Hoffentlich schaffen sie es auch gegen diese städteplanerische Großoffensive.
Eine wirkliche Aufwertung des Stadtteils könnte man durch eine bessere Anbindung an den ÖPNV erreichen, damit wäre den Menschen tatsächlich gedient. Zum Beispiel durch Umsetzung der 2. Planung der U4, wie hier beschrieben. Damit würde der größte Stadtteil Hamburgs endlich nicht mehr mit nur einem S-Bahnhof auskommen müssen.
Wie man mit dem Kran nicht parkt
Die Firma "SOMMER" stellt ihren neuartigen Horizontalkran mit Erd- und Himmelsanker vor.
Newsflash: Die Elbinsel Wilhelmsburg könnte zu einer Insel werden
Danke BILD!, gerne würde ich daran glauben, daß ihr hier einen Spaß machen wolltet, als ihr diesen Artikel schriebt, aber ich befürchte ihr wisst es tatsächlich nicht besser:
"Wilhelmsburg droht sogar zu einer Insel zu werden" heißt es in dem Artikel. Ich befürchte die Drohung hat schon jemand wahr gemacht und Wasser rund um den Stadtteil gelegt. Kann man hier auch ganz gut erkennen.
Einem Artikel der Welt nach will die Bundesregierung für 568Milliarden Euro, die deutsche bei den Banken liegen haben bürgen und somit Sicherheit für Spareinlagen zeigen.
Was ich dabei nicht verstehe ist, wie das gehen soll. Die Jährlichen Gesamteinnahmen der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2008 werden auf 283,2 Milliarden Euro geschätzt (Quelle). Und da sind die neu gemachten Schulden des Staates schon drin.
Wenn also nur 50% dieser Bürgschaft abgerufen werden, dann heißt das, daß der Staat etwas länger als Jahr lang keinen Cent ausgeben kann - Keine Bundeswehr, kein Arbeitslosengeld, keine Botschafter im Ausland - nichtmal Bundesbeamte bei den Finanzverwaltungen, was die Einnahmesituation noch verschlechtern dürfte. Mal abgesehen davon, daß viele Ausgaben rein rechtlich nicht so einfach gestoppt werden können.
Wenn diese Bürgschaft also abgerufen wird, dann werden die Steuerzahler daran viele Jahrzehnte abzahlen müssen. Und das für ein zockendes Managervolk bei den Bänkern - und deren riesige Guthaben, die sie in ihrer Karriere angesammelt haben. Die Mittel kommen natürlich auch aus den Steuern, die jeder zahlt, selbst wenn er eigentlich kaum genug zum Leben hat, wie der Mehrwertsteuer. Genial!
Düsseldorf hat vielleicht die längste Theke der Welt, aber dafür hat Wilhelmsburg die kleinste abgesperrte Baustelle der Welt. Unter einen Quadratmeter.
(gesehen beim Brückenfest 2008)
Im Album 2008 gibt es jetzt auch einige Aufnahmen der Wasserorgel bei Planten un Blomen... Achja und ein Paar Urlaubsbilder, aber im Urlaub habe ich mir mit dem Photographieren nicht wirklich Mühe gegeben.
Urlaub 2008, Sturmwarnung, eingeweht in Wedel. Das geht ja gut los, dieses Jahr. Hoffentlich können wir morgen weiter. Wer mit mir in Urlaub fährt hat es nicht leicht, ich bin eine Art Sturmgott, glaube ich. Starkwinde lieben mich und wehen gerne um mich herum.
Die Ansage "W-NW 6, in Böen 9" klingt aber wirklich nicht verlockend um mit einem Kleinfahrzeug nach Brunsbüttel zu eiern. Also hier abwettern. Immerhin gibts umsonst Internet.