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Tue, 21 Oct 2008 - 00:14
Schauen wir uns also mal den Masterplan für die neue Mitte von Wilhelmsburg an: Der Stadtteil soll aufgewertet werden und mit hohem Freizeitwert ausgestattet. Deswegen verschwindet erstmal die Schwimmhalle. Nachhaltig wertet man einen Stadtteil nämlich durch einen Bootsanleger auf (der während der IBA dann ein paar Wochen angefahren wird und dann nie wieder). Wieso sollen die Kinder noch schwimmen lernen, wenn es da dann einen Bootsanleger gibt - können dann ja Boot fahren. Scheint insgesamt gut durchdacht. Erreicht wird der Anleger übrigens durch den Asmann- und Ernst-August-Kanal. Ziemlich flache Gewässer mit einigen niedrigen Brücken. Mal sehen, ob dran gedacht wird die tollen neuen Fußgängerbrücken alle so zu bauen, daß Barkassen durchpassen und ggf. den Asmannkanal auch tief genug zu machen. Achja, die Schleuse, durch die man durch muß um in den Ernst-August-Kanal zu kommen entspricht übrigens nicht mehr den aktuellen Hochwasserschutzrichtlinien, wenn ich das richtig sehe. Kann man dann gleich mal renovieren und für einen sinnvollen Betrieb austatten, ansonsten fahren die Barkassen nämlich maximal einmal am Tag da hin, so selten wie die Schleuse bedient wird - besonders an Wochenenden. Man hat aber kleine Probleme erkannt, und deswegen gibt es auch noch (TUSCH!) den Masterplan PLUS. Da ist dann auch noch die Wilhelmsburger Reichsstrasse aus dem Bild verschwunden. Eine der wichtigsten Einfallsstraßen für den südlichen Raum Hamburgs in die Innenstadt. Was mag da der Plan sein? Wer sich noch leisten kann im Süden zu wohnen, wenn wir ihn fertig aufgewertet haben, braucht nicht mehr arbeiten? Oder wird es so schön, daß keiner mehr zur Arbeit will? Meine Meinung ist und bleibt: Das ist Stadtteilvernichtung. Da wird weitergemacht, was schon bei der City-Nord Blödsinn war und bei der Hafencity Blödsinn wird (Elbinselcity wäre doch ein schöner Name, klingt so hipp). Man will alles auf einmal anpacken und hofft dadurch auf einen schönen Stadtteil. Bestenfalls bekommt man so aber ein weiteres Latte-Macciato-Ghetto - oder, wenn es schlecht läuft eine Bauruine. Meine Hoffnung sind nur die Einwohner hier, die bis jetzt relativ stumpf den Aufwertungsversuchen widerstanden haben. Hoffentlich schaffen sie es auch gegen diese städteplanerische Großoffensive. Eine wirkliche Aufwertung des Stadtteils könnte man durch eine bessere Anbindung an den ÖPNV erreichen, damit wäre den Menschen tatsächlich gedient. Zum Beispiel durch Umsetzung der 2. Planung der U4, wie hier beschrieben. Damit würde der größte Stadtteil Hamburgs endlich nicht mehr mit nur einem S-Bahnhof auskommen müssen.
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