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Nils Ketelsen

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Fri, 04 Apr 2008 - 21:34

Vertreibung heißt jetzt Gentrifizierung

Auf Spiegel-Online habe ich einen sehr lesenswerten Artikel zum angeblich so wünschenswerten Sprung über die Elbe gefunden. Hier mal ein Auszug:

Die Mieten steigen, die angestammte Klientel kann sich das Leben im Viertel nicht mehr leisten. Erst kürzlich haben mehrere Hamburger Stadtteilinitiativen die Folgen der Gentrifizierung beklagt: Die Politik müsse endlich dafür sorgen, dass die zentrumsnahen Viertel nicht alle zu teuren "Latte macchiato"-Kiezen mutierten. Der Ruf verhallte ungehört.

Als vermeldet wurde, dass der Migrantenanteil wegen des studentischen Zuzugs gesunken sei, bezeichnete die CDU die Elbinsel als neues "In-Viertel". Eine krude Logik, nach der in ist, wo Ausländer und Arme out sind.

Den ganzen Artikel gibt es hier.

Ich weiß nicht, wozu es nötig sein soll den Sprung zu machen - ist ja nicht so, daß die Elbinsel Wilhelmsburg jetzt eine menschenleere Wüste wäre. Und die jetzigen Einwohner kommen eigentlich ganz gut klar, auch wenn die Marketingschaben und Unternehmensberatungsheuschrecken sich nicht über die Elbe trauen. Lasst die doch einfach in ihren Eimsbüttel-Altbauten wohnen bleiben, mit Klos in Martinskammern in denen man sich nicht umdrehen kann und dafür 1000Euro (kalt) zahlen und versucht nicht Wilhelmsburg zu einem gleichgeschalteten weiteren Stadtteil dieser Machart werden zu lassen. Eine Stadt ist interessant, wenn sie vielseitig ist, nicht wenn alle Stadtteile auf das gleiche Klientel optimiert werden.

Mag für Politiker schwer zu glauben sein, aber nicht alle jungen Leute sind Kinder reicher Eltern, so wie eure. Und eine Stadt muß auch noch für die anderen Raum zum Leben bieten.


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