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Sun, 02 Mar 2008 - 01:11
Der Pegel ist auf Seekarten-Null geeicht, also auf den niedrigsten Wasserstand, den durch die normale Tide gibt. Solche Pegel stehen an vielen Stellen an der Elbe (praktischerweise sind die alle auf einen anderen Nullpunkt geeicht, deswegen steht das immer oben dran) und erlauben es allen interessierten den aktuellen Wasserstand abzulesen. Ein wichtiges Hilfsmittel besonders, wenn man auf dem Wasser unterwegs ist, da man damit die Werte aus der Seekarte umrechnen kann um aktuelle Brückendurchfahrtshöhen und Wassertiefen zu berechnet. Heute war das Wasser sehr tief und einige Brücken waren sehr flach. So flach, das man da nicht mal mehr mit dem Kanu durchkommt. Auf obigem Bild sieht man zum Beispiel das südliche Tor der Reiherstiegschleuse. Oder genauer gesagt, man sieht noch das obere Geländer des Tores und die Brücke, die darüber hinweg führt. Das Tor selber ist vollständig in der Sturmflut versunken. Durch diese Schleuse fahren normalerweise noch übliche Binnenschiffe, wie man sie auf allen großen Binnenwasserstraßen in Deutschland sieht. Bei dem heutigen Wasserstand dürften diese aber Probleme bekommen, wenn sie unter der Brücke durch wollen. Die Laterne auf dem Bild, steht übrigens auf der "Schleuseninsel", die die beiden Schleusenkammern trennt - normalerweise. Da man in Hamburg allerdings das Problem mit Sturmfluten kennt, nimmt man diese Situation nicht kampflos hin. So begannen die Vorbereitungen schon gestern. Hier wurden zum Beispiel kritische Infrastrukturelemente von allen Baustellen in der Hafencity schonmal gesammelt und zum Abtransport vorbereitet. Die Elbmarschen sind inzwischen nahezu vollständig eingedeicht, damit das Wasser nicht im Haus steht, auch wenn es mal ein wenig steigt. Ich habe auch das versucht auf einem Photo einzufangen, aber leider kann man in diesem zweidimensionalen Medium nicht gut erkennen, wie das Höhenverhältnis von Haus und Wasser ist. Aber hier sieht man wirklich einen guten Grund warum es heißt "wer nicht deicht, der weicht". Viele Nebenarme der Elbe werden nicht vollständig eingedeicht, sondern macht einfach den Zulauf bei bedarf mit einem Sperrwerk dicht. Auch dies ist eine gute Methode den blanken Hans draußen zu halten. Diese massiven Stahltore werden geschlossen, wenn ein Wasserstand erreicht wird, der das Hinterland an diesen Nebenarmen bedroht - der exakte Wasserstand ist von Tor zu Tor unterschiedlich. Auch hier mal bilder von einem solchen Sperrwerk im geschlossenen Zustand (dies ist das Modell Sperrtor, das zum Verschluß der Kanäle auf der Veddel und auf der Peute eingesetzt wird, es gibt auch noch andere Modelle in Hamburg): Doch trotz all dieser Maßnahmen spürt man eine solche Sturmflut natürlich in Hamburg. Nicht nur, weil viele Straßen gesperrt werden müssen, sondern auch weil im Hafen einiges nicht mehr seinen normalen Gang geht. So können Schiffe nicht fahren weil sie nicht mehr unter Brücken durchpassen und auch Containerterminals müssen pausieren - zum einen schwingen die Container bei dem Wind an den Containerbrücken unangenehm stark, zum anderen schwimmen die Schiffe unangenehm weit oben, was dazu führen kann, das sie gegen die Containerbrücke stoßen. Deswegen muß die Arbeit eingestellt werden um die Brücken durch hochklappen aus dem Weg zu bekommen. So kann man dann ein seltenes Bild sehen: Fast leere Containerschiffe - normalerweise werden die in so großer Geschwindigkeit beladen, daß man sie nicht leer zu Gesicht bekommt. Aber insgesamt ist auch diese Sturmflut glimpflich abgegangen. Obwohl uns stetig erklärt wird, daß die Wetterkatastrophen immer schlimmer werden hatten wir in diesem Jahrtausend noch nicht eine große Sturmflut (groß heißt für mich, mit einem Pegelstand von mehr als 5,5m über NN). Wahrscheinlich werden garnicht die Katastrophen größer, nur die Berichterstattung über sie. Die großen Fluten bisher waren:
Wie man sieht, gab es seit dem Jahr 2000 keine Sturmflut, die diese Marke durchbrochen hat. Und wie man auch sieht, werden die Fluten nicht stetig häufiger, oder stetig seltener, sondern kommen einfach so, wann es ihnen in den Kram passt.
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